Luetgens Digitalisierungsprojekt

Digitalisierung und Erschließung der Tierstimmensammlung von Hans Lütgens (1920-1987)

Sammlungen analoger Tonaufzeichnungen sind in besonderem Maße bedroht, ohne zeitnahe Konservierungsmaßnahmen unwiderruflich verloren zu gehen. Im Rahmen eines von der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin und der Servicestelle Digitalisierung unterstützten Projektes wird das Tonarchiv von Hans Lütgens, einem blinden Bioakustiker, digital gesichert. Die Sammlung im Umfange von 168 Spulentonbändern und 83 Audiokassetten wurde dem Museum für Naturkunde Berlin im Jahre 2013 mit allen Nutzungsrechten überlassen. Sie umfasst sowohl Freilandaufzeichnungen als auch Aufnahmen aus Zoos und Vogelparks. Neben Aufnahmen aus Europa sind auch von Hans Lütgens Freilandaufnahmen in Namibia, Argentinien, Israel und Indien erstellt worden.

Seine Säugetieraufnahmen hat Hans Lütgens 1979 auf sechs Audiokassetten unter dem Titel "Zooführer für Sägetierstimmen" im Arno Graul Verlag veröffentlicht. Noch nicht publiziert wurde seine umfangreiche Vogelstimmensammlung. Im Rahmen des Projektes konnten bereits alle analogen Magnetbandaufnahmen komplett digital gesichert werden. Die ersten 521 komplett bearbeiteten Einzelaufnahmen sind über die Datenbank des Tierstimmenarchivs zugänglich. Im Rahmen des Projektes soll ein komfortabler Zugang zu den Aufnahmen über eine sehbehindertengerechte Webseite ermöglicht werden. An dieser Webseite wird noch gearbeitet. Nach Abschluss werden die Tonaufzeichnungen auch über die Deutsche Digitale Bibliothek verfügbar sein.